Grube Castor

In der Umgebung von Kastor wurde bereits seit Jahrhunderten Bergbau betrieben.

Der genaue Gründungszeitpunkt der Grube Castor ist jedoch unbekannt. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Grube immer wieder zeitweise betrieben und dann wieder stillgelegt.

Im Jahr 1852 wurde die Grube wieder eröffnet und entwickelte sich bald durch Einsatz von damals neuester Technik (Dampfmaschinen) zu einer der größten Blei-  und Zinkerzgruben unserer Heimat. In ihrer Blütezeit um 1890 bot die Grube 480 bis 500 Menschen Arbeit.

Grube Castor

Ein Problem war der Abtransport der Erze. Diese mussten mit Pferdefuhrwerken auf die andere Seite der Agger zur 1832 gebauten Kölner Straße transportiert werden. Auf welchem genauen Umweg das geschah, oder ob man eine Furth in der Agger nutzte, ist nicht klar zu belegen.

Zur Verbesserung dieser Situation wurde 1869 die Schwungbrücke in ihrer noch heute erhaltenen Form erbaut. Da der Eigentümer der Grundstücke in Kastor (Graf von Nesselrode) den Bau einer festen Brücke nicht erlaubt hatte, wurde diese seltene Konstruktion gewählt. Nun war es möglich, die mit Erzen gefüllte Loren von der „Wäscherei“ der Grube direkt über die Agger zu schieben. Auf der Ehreshovener Seite gab es am Ende der Brücke eine Verladerampe, auf welcher der Inhalt der Loren auf Pferdefuhrwerke geschüttet wurde.

Ab 1884, nach dem Bau der Aggertalbahn, bestand von dort ein Gleisanschluss zum Bahnhof Ehreshoven. Insgesamt sind im Laufe der Zeit weit über 100 000 t Blei- und Zinkerze über die Schwungbrücke transportiert worden.

Der Niedergang der Grube Castor begann im 20. Jahrhundert, bis schließlich 1932 die letzten Maschinenhäuser abgebrochen wurden. Sichtbare Zeichen aus der Zeit des Bergbaus sind die Schwungbrücke, die Reste der Abraumhalden, das Steigerhaus (Staadt/Ecke Kastor), einige Arbeiterhäuser im Ortsteil Westen sowie zwei Eingänge zu den Stollen der Grube, die inzwischen verschlossen wurden. Die Schwungbrücke ist in ihrer Bauweise einzigartig und kündet noch heute von den Ingenieurleistungen unser Vorfahren.

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